Wölfe unwillkommen

Darstellung einer Wolfsfamilie in der Ausstellung im Elbmarschenhaus (Haseldorf)

Willkommen Wölfe?

Im Elbmarschenhaus wurde im Raum der Dauerausstellung ein Pappschild mit einer "niedlichen" lebensgroßen Wolfsfamilie aufgestellt. "Willkommen Wölfe!" steht darunter.

Willkommen Wölfe? Hier in der Haseldorfer Marsch?

Auf dem Truppenübungsplatz Munster (Lüneburger Heide) wurde ein Soldat im September 2012 auf einem Orientierungsmarsch über Kilometer von drei Jungwölfen verfolgt. Sie ließen sich nicht verscheuchen, auch durch Blenden mit einer Taschenlampe nicht. Der Soldat erklomm einen Beobachtungsturm und die Wölfe belagerten die Leiter. Als der Soldat schließlich wieder herunter stieg, musste er nach den Wölfen treten, so nahe kamen sie ihm. Sie ließen sich nicht verscheuchen und folgten dem Soldaten noch einige Zeit, bis sie das Interesse verloren.

Anfang 2015 wurden im Landkreis Vechta und im benachbarten Landkreis Diepholz 60 Schafe von Wölfen gerissen, einige nur wenige hundert Meter von einem Waldkindergarten entfernt. Jetzt wurde ein Wolf in der Nähe des Kindergartens gesichtet. Wie das NDR Regionalfernsehen berichtete, wird der Waldkindergarten nicht vorsorglich geschlossen, obwohl die Kindergarten Leiterin sagte, dass Wölfe schon länger in der Nähe herumlaufen.

Im Februar 2015 informiert das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft und ländliche Räume über einen verhaltensauffälligen Wolf, der in der Nähe von Mölln mehrere Schafe gerissen hat und sich auch von Menschen in 10 Meter Nähe nicht vertreiben lassen wollte. "Derzeit untersuchen Fachleute des Landes, warum der Wolf nicht die für diese Art ansonsten typische Scheu vor Menschen gezeigt hat und wie diesem Problem entgegengetreten werden kann. Bewohnern der Region Mölln wird durch das schleswig-holsteinische Umweltministerium zudem geraten, ihre Hunde nicht unangeleint laufen zu lassen." Aus einer weiteren Email des Umweltministers: "Der Wolf hatte am 21. Februar eine Schafherde bei Mölln angegriffen. Das Tier hatte sich zwar gegenüber Menschen nicht aggressiv gezeigt, es dauerte aber etwa 50 Minuten, um den Wolf aus der Schafherde zu vertreiben. An der Vergrämungsaktion waren bis zu sieben Personen beteiligt. Insgesamt waren vier Schafe verletzt worden, zwei davon verstarben."

Wölfe tun Menschen angeblich nichts und haben im Gegenteil Angst vor ihnen? Auch vor Kleinkindern und schwachen alten Leuten? Nein liebes Elbmarschenhaus, ich will KEINE Wölfe in der Haseldorfer Marsch! Schafe sind für den Erhalt der Deiche notwendig. Aber die örtlichen Schafhalter haben nicht das Geld, kilometerlange Deiche mit starken Elektrozäunen vor Wölfen zu sichern. Unsere Deichschafe sollen nicht von hungrigen Wolfsrudeln angefallen und gefressen werden!

Ich will nicht von Wölfen verfolgt werden, wenn ich mich auf Fotopirsch im einsamen Gelände befinde.

E.J.Herrmann